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Aus der Geschichte der Kath. Kirchenmusik St. Kilian Nierstein e.V.

Die Kilianos werden 60 !

In ihrem Jubiläumsjahr 2011 präsentiert sich die Katholische Kirchenmusik St. Kilian Nierstein e.V. mit über 630 Mitgliedern als einer der größten Vereine Niersteins und ist aus dem Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Was wären die Kerb oder das Weihnachtsliederblasen ohne die „Kilianos“?

Dies ist ein guter Anlass, die Vereinsgeschichte um die Ereignisse der letzten 10 Jahre zu ergänzen.

Angefangen hat alles ganz klein, wie sich viele zurückerinnern werden. Im heutigen Pfarrhaus, dem damaligen Schwesternhaus, dort, wo noch heute die Musikerinnen und Musiker jeden Freitag zur Musikprobe zusammenkommen, fand im September 1951 die Gründungsversammlung des Vereins statt. Drei junge Männer waren es - Josef Dittenberger, Heinz Neumer und Gottfried Sander -, die gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Wolfgang Müller und dem Dirigenten des Kirchenchors, Friedrich Wittwer, eine katholische Kirchenmusik aus der Taufe hoben. Gottfried Sander ist übrigens bis heute aktiver Musiker. Pfarrer Müller hatte von der Kanzel herunter schon eifrig die Werbetrommel für den neuen Musikverein gerührt. Für den Täufling einen Namen zu finden, war nicht schwer. Der Pfarrpatron wurde zum Namensgeber und so heißt das Orchester seither “Katholische Kirchenmusik St. Kilian”. Zumindest offiziell: Denn seit Jahren hat sich für das Orchester die viel flottere Bezeichnung „Kilianos“ eingebürgert. Schnell wurde auch der Gedenktag des Heiligen Kilian, der 8. Juli, zum symbolischen „Gründungstag“ des Vereins. Jedenfalls muß es Kilian, der Frankenapostel des 7. Jahrhunderts, gut mit dem „Kind des Herrn Pfarrer“ (wie die Kirchenmusik damals genannt wurde) gemeint haben. Schon nach wenigen Wochen waren aus den anfänglich drei über zwanzig Musiker geworden. Dirigiert wurden sie von Friedrich Wittwer, einem ehemaligen Militärmusiker.

Die ersten Jahre der Vereinsgeschichte sind, wie könnte es anders sein, vom Aufbau des Orchesters gekennzeichnet. Manches Problem war zu bewältigen. Zunächst galt es, die Instrumente zu beschaffen. Da kein Geld vorhanden war, wurden sie regelrecht “zusammengebettelt”. Oft reichten dann die Instrumente nicht für alle Musiker aus. Einer durfte nachmittags üben, während ein anderer das Instrument abends bekam. Friedrich Wittwer bildete an allen Instrumenten selbst aus. An Heiligabend des Gründungsjahres 1951 hatte die Kirchenmusik mit der musikalischen Umrahmung der Christmette ihren ersten öffentlichen Auftritt.

In den Anfangsjahren wirkte der Verein auch einige Male zusammen mit dem damals noch existierenden Kirchenchor bei kirchlichen Feiern mit. Bestimmte feierliche Gottesdienste im Kirchenjahr, wie etwa die Fronleichnamsprozession, das Große Gebet oder die Pfarrwallfahrt nach Marienthal, wurden damals zu festen Terminen des Orchesters. Auch Feiern örtlicher Vereine, insbesondere das Niersteiner Winzerfest, wurden musikalisch umrahmt.

Der erste Vorsitzende der Kath. Kirchenmusik St. Kilian Nierstein wurde in der Generalversammlung am 11. Januar 1953 gewählt: Matthias Knußmann. Er musste jedoch aus beruflichen Gründen im Laufe des Jahres nach Bad Ems umziehen und legte deshalb die Vereinsführung nieder.

Im Frühjahr 1954 übte Philipp Schwibinger für nur wenige Monate dieses Amt aus; Im Juli 1955 wurde Anton Buhl Erster Vorsitzender. Zwischendurch übernahm immer wieder Friedrich Wittwer kommissarisch die Vereinsführung. Von Oktober 1956 bis November 1958 war er neben seiner Dirigententätigkeit dann durchgehend Erster Vorsitzender.

Am 19. November 1958 wurde Paul Ziegler aus Mainz, der wie Wittwer Militärmusiker war, Dirigent der Kath. Kirchenmusik.

Für Gottfried Sander, der in der Generalversammlung 1959 das Amt des Ersten Vorsitzenden übernahm, begann eine schwierige Zeit. Die Kilianos bestritten damals nur wenige Auftritte, die vor allem im kirchlichen Bereich lagen. Das Geld war knapp. Paul Ziegler bekam sein Dirigentenhonorar oft direkt in der Musikprobe ausbezahlt, nachdem man zuvor unter den Musikern Geld eingesammelt hatte.

In der Fastnachtszeit 1960 fand der erste “Bunte Abend” der Kilianos statt. Wegen des großen Zuspruchs ging schon bald eine zweite Veranstaltung dieser Art über die Bühne.

Dirigent Paul Ziegler legte 1965 aus Altersgründen sein Amt nieder; der erst 16- jährige Niersteiner Klaus Gerhold folgte ihm nach. Ein jugendliches Orchester bekam einen jungen Dirigenten. Klaus Gerhold setzte auf dem Gebiet der Kirchen- und der klassischen Musik seine Akzente. Stücke von Händel, Brahms und Corelli gehörten von nun an zum Repertoire der Kirchenmusik.

Der Dirigent und sein Orchester wurden jedoch nicht mehr gemeinsam “volljährig”. Bereits 1967 trat Heinz Hofmann an die Stelle von Klaus Gerhold, der aus beruflichen Gründen die musikalische Leitung des Vereins aufgeben musste. Unter der Stabführung des Mainzers Hofmann, des dritten ehemaligen Militärmusikers in der Reihe der Dirigenten, verdoppelten sich innerhalb von neun Jahren die Auftrittszahlen der Kirchenmusik. Waren es 1966 noch 22 Auftritte, so packten die Musiker 1975 insgesamt vierzigmal ihre Instrumente bei einer Veranstaltung aus. Neben der Umrahmung von Gottesdiensten wirkten die Kilianos beispielsweise bei Sommernachtsfesten, Frühschoppenkonzerten und bei Festumzügen mit. Auch auf Diözesanmusikfesten war das Orchester immer wieder vertreten. Zu den Veranstaltungen gehörten damals auch Sonntagskonzerte im Gemeindepark.

1972 waren es die Kilianos, die die Tradition der Niersteiner Kerb wiederaufleben ließen. Bis 1982 wurde zu einer großen Qualitätsweinprobe eingeladen. Die erste Weinbergsrundfahrt veranstalteten die Kilianos zur Niersteiner Kerb 1977, mit “Weck, Worscht un Woi” durch die Niersteiner Gemarkung: “Umzüge der guten Laune”, wie es in einem Zeitungsbericht einmal dazu hieß. Damals ließen sich rund 70 Fahrgäste durch die Weinberge kutschieren. 1980 wurden wegen der großen Nachfrage schon zwei Fahrten mit fast 500 Gästen veranstaltet und die Kerb auf vier Tage ausgedehnt. Eine abendliche “Funzelfahrt” mit lampiongeschmückten Wagen kam 1983 hinzu.

Bis in das Jubiläumsjahr 2011 hat sich die Tradition der Weinbergsrundfahrten mit bis zu 1000 Fahrgästen an den Kerbetagen fortgesetzt. Ohne die Unterstützung der Niersteiner und Schwabsburger Winzer sowie der vielen Helferinnen und Helfer könnte eine solche Veranstaltung nicht stattfinden. 1997 verlegten die Kilianos ihr „Kerbedomizil“ vom „Alten Saumarkt“ zum Weingut Geschwister Schuch.
Nach 14 Jahren legte der Erste Vorsitzende Gottfried Sander 1973 wegen vorübergehenden Ortswechsels sein Amt nieder. Ihm folgte Helmut Sander nach, der damals etwa 110 Mitgliedern vorstand. Pfarrer Wolfgang Müller, der Gründer der Kirchenmusik, trat im Januar 1975 in den Ruhestand. Die Musiker umrahmten den Gottesdienst zur Verabschiedung des Geistlichen Rates und zur Einführung des neuen Pfarrers Edmund Heiser, der damit auch gleichzeitig neuer Präses der Kirchenmusik wurde. Den scheidenden Pfarrer ernannte man zum Ehrenpräses.

Nach ihrem 10-jährigen Bestehen 1961, das mit einem Jubiläumskonzert begangen wurde, feierte das Orchester 1976 sein 25-jähriges Jubiläum in größerem Stil. Eine Akademische Feier, ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche sowie Platzkonzerte mit befreundeten Musikvereinen in der Gemeinde und ein “Blasmusik-Groß-Konzert” unter Mitwirkung von fünf Gastorchestern in der Rundsporthalle waren die Punkte des Festprogramms.

Während der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde Heinz Hofmann verabschiedet und zum Ehrendirigenten der Kirchenmusik ernannt. Neuer Dirigent wurde der Wiesbadener Helmut Theobald. Er war erst wenige Monate im Amt, als die Kilianos die Einweihung des Grünzugs an der Ringstraße, der Gevrey-Chambertin-Anlage, musikalisch gestalteten.

Ein Jahr später feierte Ehrenpräses Pfarrer Müller seinen 75. Geburtstag und einige Monate danach den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe. Die Kirchenmusik gratulierte jeweils mit einem Ständchen und umrahmte den Festgottesdienst zum Goldenen Jubiläum. 1979 verstarb Pfarrer Müller. Die Musiker gaben ihrem Gründer das letzte Geleit.

Im Tätigkeitsbericht des Jahres 1979 wird eine viertägige Berlin-Fahrt der Aktiven mit ihren Frauen zur “Steglitzer Woche”, für die Nierstein in diesem Jahr die Partnerschaft übernommen hatte, als “überragendes Ereignis” gewertet. Überhaupt kommt neben der Musik die Geselligkeit bei den Kilianos nicht zu kurz. In den vergangenen Jahren unternahmen die Musikerinnen und Musiker zusammen mit ihren Partnern Jahresausflüge beispielsweise nach München, Stuttgart, Nürnberg, Trier, Dresden, Hamburg und Paris. Die Aktivenfahrten (“Hüttenfreizeiten”) führten unter anderem in den Schwarzwald, den Taunus, die Pfalz , den Hunsrück und an die Lahn. Daneben kam die Tradition auf, Grill- und Lagerfeuerabende für die Aktiven am Wartturm (“Wartturmfest”), Familienwandertage und jedes Jahr einen “Dankeschön-Abend” für alle an der Kerb beteiligten Helferinnen, Helfer und Winzer, sowie einen geselligen Jahresrückblick nach der letzten Musikprobe des Jahres zu veranstalten.

Die Kilianos waren es, die 1977 die Idee des Weihnachtsliederblasens hatten. Zur Einstimmung auf das Fest ziehen die Musiker seither jedes Jahr am Abend des 23. Dezember durch den Ort, um dann im Gemeindepark ihr Spiel ausklingen zu lassen. Andere Niersteiner Bläserchöre kamen im Laufe der Jahre dazu, so dass mittlerweile über 100 Bläserinnen und Bläser für vorweihnachtliche Klänge sorgen.

Und noch eine Neuerung geht auf das Jahr 1977 zurück. In der damaligen Generalversammlung fragte ein Musiker an, ob der Verein nicht auch Frauen als Musikerinnen aufnehmen solle. Die Entscheidung darüber wurde zunächst vertagt. Erst neun Jahre später, in der Generalversammlung 1986, kam das Thema wieder auf den Tisch, doch wieder konnten sich die Musiker nicht dazu „durchringen“, Frauen in den Verein aufzunehmen. 1988 wurde erneut ein entsprechender Antrag gestellt, wegen formaler Unrichtigkeiten aber vertagt. In der Generalversammlung 1990 wurde die Frage endlich mit einem “ja” beantwortet.

Der Nachwuchs wurde schon immer stark gefördert. 1978 startete die Kirchenmusik eine umfangreiche Werbeaktion für Nachwuchsbläser. 20 Jugendliche meldeten sich daraufhin und wurden kostenlos von Kirchenmusikern unterrichtet. In der Generalversammlung 1982 konnte Jugendwart Manfred Sander davon berichten, dass mittlerweile 15 Nachwuchsbläser in das Gesamtorchester aufgenommen worden seien. Damit begann nach dem Generationswechsel von 1959 eine dritte Generation von Musikern, in dem Orchester aktiv zu werden. Im Jahr 2001 gründete die damalige Jugendwartin, Birgit Knoll, das Jugendorchester, welches sofort regen Zuspruch fand. Dies ist unter anderem eines der besonderen Verdienste des zu dieser Zeit 1. Vorsitzenden Norbert Engel, dem die Jugendförderung schon immer sehr am Herzen lag.
Die Kooperation mit den Schulen, die interessierten Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen das Erlernen eines Instruments im Klassenverband anbieten, erleichterte diesen Schritt. Durch diese Maßnahme und durch eine kontinuierliche Ausbildung der Jugendlichen von teilweise professionellen Ausbildern ist für eine stetige Qualitätsverbesserung im großen Orchester gesorgt. Zum festen Programm des Jugendorchesters gehören mittlerweile die musikalische Umrahmung des St.- Martins- und Stabaus-Umzuges, des Kebesonntags sowie anderer Veranstaltungen in der Gemeinde. Gemeinsame Probewochenenden sowie Ausflüge runden das Jahresprogramm ab. Aktuell musizieren 31 Jungbläserinnen und Jungbläser bei den „JoKis“.

Doch nicht nur die Zahl der aktiven Musiker konnte beträchtlich erhöht werden. Mit groß angelegten Werbeaktionen für inaktive Mitglieder legten die Kirchenmusiker das Fundament für ein stetiges Wachstum ihrer Mitgliederzahlen.

Nach dreijähriger Pause fanden 1980 wieder zwei “Bunte Abende” der Kilianos statt. Präses Pfarrer Heiser feierte im gleichen Jahr sein Silbernes Priesterjubiläum. Die Musiker gratulierten mit einem Ständchen und umrahmten den Festgottesdienst. Dieser Gottesdienst war auch der erste Auftritt von Georg Molitor, der Helmut Theobald damals im Dirigentenamt ablöste. Ein großes Publikum erreichte das Orchester mit seinem Auftreten in der Rundfunk-Live-Übertragung des SWFStädteturniers “Nierstein - Neubulach” im Gemeindepark.

Eine große Ehre war es für die Kirchenmusik, als sie vom Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz beauftragt wurde, eine Veranstaltung mit Papst Johannes Paul II. während seiner ersten Deutschlandreise musikalisch zu umrahmen. Die Niersteiner spielten am 17. November 1980 bei der Begegnung des Papstes mit ausländischen Mitbürgern auf den Mainzer Domplätzen.

1981, also zum 30-jährigen Bestehen der Kirchenmusik, wurde die Tradition der Jahreskonzerte neu begründet. “Außerordentlich erfolgreich” verlief das Konzert, wie der damalige Tätigkeitsbericht dazu bemerkte. Da die Zahl der Besucher im Laufe der Jahre anstieg, finden die Jahreskonzerte seit 1986 in der Niersteiner Rundsporthalle statt. Außerdem wirkten die Kilianos 1986 zusammen mit 18 anderen Musikgruppen der Gemeinde an der Heimatschallplatte “Nierstein grüßt mit Sang und Klang” mit.

Einen neuen Mann am Dirigentenpult bescherte das Jahr 1982. Musiklehrer Reinhard Kniffka, bis zu diesem Zeitpunkt aktiver Musiker des Vereins, tauschte die Zugposaune mit dem Dirigentenstab und wurde damit Nachfolger von Georg Molitor. In den achtziger Jahren weitete sich der Aktivitätsradius immer weiter aus, das Orchester hatte sich als feste Größe im Musikleben außerhalb Niersteins etabliert. Angekündigt als “Big Band Kilianos”, wirkte das Orchester beispielsweise zugunsten der Deutschen Sporthilfe 1984 bei der feierlichen Eröffnung der Rheinland-Pfalz- Ausstellung in Mainz mit.

Bedingt durch den Weggang von Pfarrer Heiser wurde Pfarrer Heinrich Scharf 1985 neuer Präses der Kirchenmusik. Bei den Feierlichkeiten zur 50. Wiederkehr des Niersteiner Winzerfestes beteiligten sich die Musiker mit einem eigenen Motivwagen am Jubiläumsfestzug. In diesem Jahr überstieg die Mitgliederzahl die 400er-Marke. Beim dritten Rheinland-Pfalz-Tag 1986 in Worms vertrat der Verein den Landkreis Mainz-Bingen im “Rheinland-Pfalz-Festzug”. Außerdem veranstalteten die Kilianos in der Oppenheimer St. Bartholomäus-Kirche erstmals in ihrer Geschichte ein Kirchenkonzert.

1987 trat das 500. Mitglied der Kirchenmusik bei. Die Kilianos veranstalteten zum ersten Mal in der Niersteiner Pfarrkirche ein Kirchenkonzert zugunsten der Renovierung des Gotteshauses. Im darauffolgenden Jahr führte das SWFLandesstudio Rundfunkaufnahmen mit der Kirchenmusik in der Kilianskirche durch. Außerdem übernahm der Ober-Olmer Fred Knußmann 1988 das Dirigentenamt. Sechseinhalb Jahre hatte Reinhard Kniffka bis dahin das Orchester dirigiert. Unter seiner Leitung hatten die Kilianos im Jahre 1985 die bisher größte Zahl an Terminen zu bewältigen. Mit 57 öffentlichen Auftritten und 48 Musikproben hob der Dirigent in jenem Jahr mindestens zweimal pro Woche den Taktstock. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Familien der Musiker strebte man danach, die Auftrittszahlen etwas einzuschränken. Mittlerweile hat sich die Zahl der Termine ohne die wöchentliche Musikprobe bei deutlich unter 50 Veranstaltungen pro Jahr eingependelt.

Nach insgesamt 16 Jahren stellte der Erste Vorsitzende Helmut Sander 1989 sein Amt zur Verfügung. Zum Nachfolger wurde - zunächst kommissarisch - Norbert Engel gewählt, der dann in der Generalversammlung 1990 als siebter Vorsitzender in der Geschichte der Kirchenmusik St Kilian bestätigt wurde.

Natürlich durfte die Kirchenmusik nicht fehlen, als man 1989 des 1300. Todestages des Hl. Kilian in der Pfarrgemeinde gedachte. Die Kilianos umrahmten das Hochamt zu Ehren ihres Namensgebers und veranstalteten anschließend ein Platzkonzert.

Bereits 1990 erlebten die Kirchenmusiker wieder einen Dirigentenwechsel. Nach Fred Knußmann übernahm mit Jochen Settili wieder ein Musiker aus den eigenen Reihen die Stabführung. Der Musikstudent war vorher als Klarinettist und Flötist bei der Kirchenmusik aktiv. Daneben leitete er auch den Chor der Pfarrei St. Kilian, der von ihm gegründet wurde.

Mit mehreren über das Jahr verteilten Veranstaltungen wurde das 40-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1991 groß gefeiert. Für seine Verdienste um den Verein wurde Helmut Sander während der Akademischen Feier zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nicht schlecht staunten die geladenen Gäste, als sich nach dem offiziellen Teil die Hallentrennwand der Rundsporthalle hob, und die „Kilianos“ zu einem Stehempfang in den „Kilianogarten“ einluden. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres gaben die Kirchenmusikerinnen und -musiker vor nahezu 1000 Besuchern einen musikalisch-optischen Rückblick auf vier Jahrzehnte „Kilianos“ in einer mitreißenden Jubiläums-Revue.

Bereits ein Jahr später stand wieder ein Jubiläum an; die Niersteiner feierten ihr 1250-jähriges Bestehen. Die Idee, die „grüne Lunge Niersteins“, den Gemeindepark, für Konzerte zu nutzen, griff man 1992 wieder auf. An einem lauschigen Sonntagabend begrüßten die Musikerinnen und Musiker mehrere Hundert Zuhörer zur „Musikalischen Sommernacht“.

1993 übernahm Dekan Johannes Gans die Pfarrstelle in St. Kilian und wurde neuer Präses der Kilianos.

Im selben Jahr zog es Jochen Settili aus beruflichen Gründen nach Berlin. Seither dirigierte Manfred Sander mit großem Erfolg das Orchester. Unter seiner musikalischen Leitung nahmen die „Kilianos“ zweimal am Tag der Deutschen Einheit in Berlin am Festumzug anlässlich des Deutschlandfestes teil. Ein unvergessenes Erlebnis für die Musikerinnen und Musiker, die mit Marschmusik durch das Brandenburger Tor marschieren durften. Auch die Partnerstadt Freyburg/Unstrut wurde schon zweimal besucht. 1990 und 1995 nahm man dort am Festumzug anlässlich des Winzerfestes teil.

1996 richteten die „Kilianos“ zum 25. Mal die Niersteiner Kerb und zum 20. Mal die Weinbergsrundfahrten aus. Helmut Sander, der bislang alle Rundfahrten organisiert hatte, trat in diesem Jahr als Organisator zurück.

Im Jahr 1997 musste sich der Vorstand intensiv mit der Änderung der Vereinssatzung befassen. Notwendig wurde dies, weil sich der Verein aus Gründen der Rechtssicherheit in das Vereinsregister beim Amtsgericht eintragen ließ und seitdem die offizielle Bezeichnung Kath. Kirchenmusik St. Kilian Nierstein e.V. trägt. Und auch was die Zahl der Mitglieder betrifft, sollte das Jahr 1997 besonders erwähnt werden. Im Rahmen des Jahreskonzertes in der Rundsporthalle konnten die Kilianos das 600. Mitglied begrüßen. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Nierstein, Wolfgang Engel, warb mit Unterstützung seiner Beigeordneten 28 neue Mitglieder an.
Ganz im Zeichen einer intensiven Vorbereitungsarbeit für das Jahreskonzert stehen die seit 1997 anberaumten Probenwochenenden, die die Musikerinnen und Musiker nach Oberwesel, an die Mosel, an den Vogelsberg, nach Gernsheim, in den Hunsrück, nach Limburg und in den Odenwald führten.
Mehr noch als die neue Vereinskleidung setzte im Jahr 1998 die Reise nach Bonn mit dem Besuch der Landesvertretung Rheinland-Pfalz und dem Besuch des Bundestages einen besonderen Akzent. Den damaligen „politischen Größen“, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Präsidentin des Bundestages, Rita Süßmuth, und dem schon nicht mehr im Amt weilenden ehem. Außenminister Hans-Dietrich Genscher, durften die Kilianos ein Ständchen spielen. War der Tag denkwürdig, weil im Bundestag über die Einführung des Euro als Europäische Währung abgestimmt wurde, oder weil die Kilianos in Bonn weilten?

1999 zog ein neuer Kaplan im Pfarrhaus auf dem Kiliansberg ein. Stefan Barton wurde neuer Präses des Vereins.

Im Jahr 2000 produzierten die Kilianos ihre erste CD; ein qualitativ toller Live- Mitschnitt des Jahreskonzertes.

Das 50-Jährige Vereinsjubiläum 2001 wurde ausgiebig gefeiert. Festgottesdienst, zwei Bunte Abende, Blasmusik-Open-Air im Gemeindepark und ein Konzert im Advent sorgten das ganze Jahr über für Akzente. Während der Akademischen Feier überraschte man Gottfried Sander mit seiner Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Der Höhepunkt war jedoch die Bildungsfahrt nach Berlin, zu der der damalige Bundestagsabgeordnete Hansjürgen Doss, Schirmherr des 50-jährigen Jubiläums, das Orchester eingeladen hatte.

Zum Ende des Jubiläumsjahres, im Dezember 2001, übergab Manfred Sander den Dirigentenstab an Joel Sangers. Mit dem in Belgien geborenen Joel Sangers konnten die Kililanos einen „Vollblutmusiker“ als Dirigenten engagieren. Nicht nur, dass er mehrere Instrumente spielt, er absolvierte auch etliche Dirigenten-Lehrgänge und nahm an der Sommerakademie mit Prof. Johann Mösenbichler (Bruckner- Konservatorium in Linz) teil.

Nach mehrmonatiger Altarrenovierung durften die Kilianos den Festgottesdienst zur Altarweihe mit dem Mainzer Bischof, Karl Kardinal Lehmann, mitgestalten. Eine spontan geborene Idee – die Veranstaltung eines Benefizkonzertes für die Hochwassergeschädigten in den neuen Bundesländern – wurde eine Woche später als Open-Air-Veranstaltung im Gemeindepark umgesetzt. Auch zugunsten der Orgel gaben die Kichenmusikerinnen und –musiker in der Oppenheimer Katharinenkirche ein Benefizkonzert.

Auch in den Folgejahren gab es vielfältige Auftritte, wie die Einweihung des Kindergartens Rossberg-West, die 111-Jahres-Feier der Grundschule Nierstein sowie die Teilnahme an Rheinland-Pfalz-Tagen in Koblenz, Nierstein-Oppenheim, Bad Ems und Bad Kreuznach.

Nach 15-jähriger Amtszeit übergab Norbert Engel in der Generalversammlung 2004 die Vereinsführung an Stephen Settili. Das 1. Niersteiner Wartturmfest im gleichen Jahr umrahmten die Kilianos musikalisch, nachdem die Niersteiner Wartturmfreunde dem Signalturm mit viel ehrenamtlichem Engagement einen neuen Anstrich gegeben hatten.

Im September 2005 wurde der langjährige Pfarrer unserer Gemeinde, Johannes Gans, in einem Vespergottesdienst verabschiedet.

Seit 2005 wurden verschiedene Ausflüge für Mitglieder und Freunde der Kilianos durch den Ehrenvorsitzenden Helmut Sander organisiert und betreut, die nach Ludwigsburg, Würzburg, Speyer, Trier und Maria Laach führten.

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Kolping-Familie im Juni 2006 begleiteten die Kilianos einen großen Bannermarsch von der Ortsmitte zur Kilianskirche. Im August brachten die Kilianos ihrem langjährigen Freund, Hansjürgen Doss, zum 70. Geburtstag ein Ständchen. Im Oktober gab es einen nicht alltäglichen Auftritt: die Firma IBM Mainz hatte 600 ehemalige Mitarbeiter zu einer Schiffsfahrt auf dem Rhein eingeladen. Von Mainz aus ging es bis zur Loreley und wieder zurück. Ein Teil der Kilianos unterhielt die Schiffsfahrer mit flotter Unterhaltungsmusik.

2007 folgten die Kilianos der Einladung des Ortsbürgermeisters Thomas Günther und besuchten den Plenarsaal und das Abgeordnetenhaus des Landtages in Mainz. Anschließend wurde das Verlagshaus der Allgemeinen Zeitung besichtigt. Im gleichen Jahr bekamen die Kilianos die wohl höchste finanzielle Zuwendung in ihrer Vereinsgeschichte. 38.850,00 € wurden ihnen im Rahmen des Ehrenamtsförderprogrammes des Landkreises Mainz-Bingen bewilligt. Dieses Geld wurde größtenteils in die Jugendförderung und die Anschaffung neuer Instrumente investiert.

Zum Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsfest unterhielt man die Besucher im Gemeindepark. Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden wurden die Verdienste von Norbert Engel als langjährigem 1. Vorsitzenden besonders gewürdigt. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte liefen die Kilianos 2008 für die Kleppergarde beim Rosenmontagszug in Mainz mit, seit 2009 marschieren und spielen sie für die Garde der Prinzessin.

In einem Workshop für die aktiven Musikerinnen und Musiker wurden Verbesserungsvorschläge für die Vereinsarbeit erarbeitet.

An der ehemaligen Bahnstrecke des Valtinchen wurde zu Ehren des ersten Bundeskanzlers der BRD, Konrad Adenauer, der 1957 bei einem Besuch diese Strecke befuhr, eine Sitzecke eingeweiht. Auch hier waren die Kilianos musikalisch aktiv.

Die neu ins Leben gerufene Kulturreihe „Kultur um Acht“ wurde im Dezember 2008 von den Kilianos gestaltet, hierbei überzeugten sie auch mit Duetten und kleinen Ensembles.

Viele Ereignisse wären noch festzuhalten. Auch im Vorstand verantwortliche Personen sollten ihren Platz in der Chronik haben, doch würde dies den vorgegebenen Rahmen sprengen. Ihnen allen sei an dieser Stelle für ihr überaus großes ehrenamtliche Engagement gedankt.

Die hier in groben Zügen aufgezeigte Vergangenheit und die vielfältigen Vereinsaktivitäten zeigen, dass die Kilianos wichtiger Bestandteil des Niersteiner Kulturlebens sind und auch die besten Voraussetzungen haben, in eine spannende und ereignisreiche Zukunft zu blicken.

 

   
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